Pioneers of Change

Online-Summit 2019

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Friederike Habermann

„Glaube nie einer Vorhersage, die dich nicht stärkt!“

KongresspaketSummit-2019-Mockup-1

Seit den 1980er Jahren ist Friederike Habermann in sozialen Bewegungen aktiv, wobei besonders die Basisbewegung Peoples Global Action sie besonders geprägt hat. Ihre theoretischen Ausführungen basieren auf der Überzeugung, dass das Ringen um die eigene Emanzipation immer auch mit der Infragestellung eigener Privilegien einhergehen muss.

Als Politikwissenschaftlerin, Historikerin, freie Wissenschaftlerin und Autorin beschäftigt sich Friederike mit dem Verwobensein von Ökonomie und Herrschaftsverhältnissen, emanzipatorischen globalen Bewegungen, sowie nichtkapitalistischem Wirtschaften ("Halbinseln gegen den Strom", "Ausgetauscht!" ).

Das Ganze subsumiert sie unter dem Begriff "Ecommony". Unter „Ecommony“ fasst sie ein Wirtschaften, das auf den Prinzipien „Beitragen statt Tauschen“ und „Besitz statt Eigentum“ basiert. Friederike kreiert somit eine soziale Vision in der strukturelle Gewalt durch ein nichtkapitalistisches gesamtgesellschaftliches Wirtschaften im Sinne des ,Commoning` und umCare zum Miteinander ersetzt wird.

Wir empfehlen, die Bücher bei lokalen Buchhändler*innen zu kaufen oder sonst z.B. buch7.de, ecobookstore.de oder fairbuch.de.

23 Kommentare

  • Ingo Laupheimer says:

    Hier der Link zu dem TED Talk aus dem das Zitat stammt.

    https://www.youtube.com/watch?v=VaRO5-V1uK0

    Den sollte jede*r Pionier*in des Wandels gesehen haben!!!! Einfach nur großartig…

  • Maryam says:

    Liebe Gemeinschaft, lieber Martin,
    Friederike spricht in den ersten Minuten von ihrem neuen Buch und dass es das auch als pdf im internet gibt, leider habe ich es nirgenwo gefunden, auch nicht bei commons. Hat jemand eine Idee, bzw. den Link dazu?
    eine schöne Woche,
    Maryam

  • Enno says:

    In Potsdam gibt es das Madia: einen tauschlogikfreien Gemeinschafts- und Begegnungsort, wo Menschen gemeinsam Kochen, ein Restaurant ohne Gewinn, ohne Gehälter und ohne Preise betreiben, Veranstaltungen organisieren und noch mehr – alles ganz ohne Tauschlogik. Es gibt auch unverpackte Lebensmittel ohne Tausch. Der Zusammenhang zwischen Tauschen und der Art, wie wir unsere zwischenmenschlichen Begegnungen und unser Tätigsein erleben, wird dort so beschrieben:

    „Freude lässt sich nicht entschädigen

    Es ist egal, ob du das Madia viel oder gar nicht nutzt. Wichtig ist nur, dass wir zusammenhalten und du dich mit deinen Beiträgen immer wohl fühlst. Wenn alle mit Freude geben, was sie können, gibt es keine Mühsal, keine Schuld und auch keinen Schaden zu begleichen.

    Vergiss Tauschlogik & Mangel. Schau was du mit Sinn & Freude machst und wir im Herzen wirklich brauchen. Niemand muss etwas verlieren, wir können alle Gewinnen. Denn unsere Begegnungen beruhen immer auf Freude, Fülle & Dankbarkeit – ganz egal, ob du gerade etwas gibst oder etwas bekommst.

    So erhalten wir das Madia nicht einfach nur, sondern lassen es zu einer Oase aufblühen „

  • Christine says:

    „Besitz und Eigentum“ diesen Unterschied finde ich für mich sehr nachdenkenswert.
    DANKE

  • Claudia says:

    Das habe ich nicht erwartet…

    Das ich mich mit dem Thema: Ökonomie, vertiefend beschäftigen möchte. Bisher eine Festung in welche ich nicht mal im Ansatz Zugang finden konnte /wollte. Und nun habe ich erstmals das Gefühl mich zu trauen eine Brücke zu betreten, welche mir eine ganz andere Eintrittspforte aufzeigt. Vielen Dank dafür!!!

  • mirco pre says:

    von Friederike erwähnt
    https://nebenan.de/

    In manchen Städten ist richtig was los und wo noch nicht,
    da warten Sie vielleicht auf genau Dich ☺

    Viel Freude bei lokalen Treffen
    ~ ☺ ~

  • Simone says:

    Sehr informatives Interview! Mich begeistert immer wieder die Feststellung, dass Systeme, welche auf Tauschlogik basieren, wirklich nicht seit Menschengedenken existieren sondern dass es anderes, common-isches Wirtschaften schon immer gegeben hat. Das macht Hoffnung!
    Allerdings frage ich mich doch desöfteren, wie wir im „normalen“ Alltag wirklich tauschlogikfrei leben können – und zwar nicht nur in einer kleinen Nische, sondern als größere, wachsende Bewegung von Menschen. Denn die bisherigen Praktiken („Umsonstläden“, „Foodsharing“, „Kleidertauschkreisel“) funktionieren ja doch nur, weil eben 90 % der Menschen klassisch konsumieren und daher genug Überfluss für die Menschen der geldfrei-Bewegung „übrig bleibt“.
    Friederike hat es ja auch angesprochen – solidarische Landwirtschaft kann ja auch nur funktionieren, weil es eben Menschen gibt, die bereit sind (und genügend Geld haben), viel mehr Geld als im normalen Biomarkt üblich für Ihre solidarisch produzierten Lebensmittel auszugeben.
    Kleiderkreiseln geht dann die Luft aus, wenn Menschen nur das Nötigste an Kleidung besitzen und die Sachen nutzen, bis sie verschlissen sind.
    Hier fehlt mir irgendwie eine Brücke zwischen konsumreduzierten „Prosumenten“ und kompletten Selbstversorgern, was für mich (momentan) zumindest keine Alternative ist. Freue mich über Eure Gedanken dazu.

    • Friederike says:

      Liebe Simone,

      wenn erstmal nicht mehr 90 Prozent aller Menschen klassisch konsumieren, dann hat sich in dieser Gesellschaft schon so viel getan, dass auch viele Menschen dabei sein werden, ohne Tauschlogik miteinander zu produzieren – im konkreten Miteinander oder auch gesamtgesellschaftlich. Aber solange das noch nicht so ist, können wir die Fülle an Konsumgütern, die sich dadurch nun einmal ergibt, ja auch dazu nutzen, niedrigschwellig uns andere, tauschlogikfreie Praktiken anzugewöhnen. Und was die SoLaWis angeht: Es gibt ja Menschen, die – sogar anonym – bereit sind, so viel zu geben, dass andere daran teilhaben können, die sich auch auf dem Markt keine Bioprodukte mehr leisten könnten. Unsere Praktiken müssen also nicht in jeder Hinsicht der Utopie bereits entsprechen, sondern auf das Hier & Jetzt angepasst die Prinzipien, die wir wollen, lebbar machen.
      herzlich,
      Friederike

      • Simone says:

        Liebe Friederike,
        danke für deine geduldige Antwort!
        Ich sehe das mit der Fülle der Konsumgütern ja auch so – im Hier und Jetzt geben mir diese tauschlogikfreien Praktiken ja auch Bestätigung und Sinnerfüllung und das Gefühl, auf dem richtigen Weg zu sein.
        Ich beobachte in mir nur eine gewisse Ungeduld, diese Prinzipien lebbar zu machen, vor allem wenn ich dann doch an Grenzen stoße (z.B. den Spagat zwischen bewusst gewähltem, nährenden Halbtagesjob mit dementsprechend wenig finanziellen Mitteln und dem Wunsch, solidarisch-ökologische Lebensmittel kaufen zu wollen) Aber das Ganze ist wohl wirklich ein ständiges Austarieren zwischen einem Noch-Nicht und einem Nicht-Mehr ….
        Liebe Grüße
        Simone

  • Juliane says:

    Ich finde es wunderbar, diese Interviews zu hören. Friederike hat Zusammenhänge aufgezeigt, die mir so nicht klar waren z.B. bezüglich des äquivalenten Tauschens und aus jedem Interview nehme ich Anregungen mit, die ich praktisch mit anderen in meinem Alltag umsetzen möchte. Ich überlege, welche Projekte ich unterstützen könnte und wo ich sinnvoll meine Qualitäten einbringen könnte. Was für Netzwerke existieren bereits in meinem Leben wo ich positive Impulse setzen könnte? Diese Menschen sprechen zu hören gibt mir Hoffnung und macht mir Mut, selbst aktiver zu werden. Ich möchte mehr über all diese Bewegungen und Projekte erfahren und mich damit stärker verbinden. Über Veranstaltungsbesuche, Workshops, etc.
    Ich hatte oft das Gefühl, daß alles zu groß und zu komplex ist um als Einzelne jenseits meines kleinen Kreises etwas auszurichten doch selbst in meinem kleinen Kreis etwas Kleines zu bewirken ist wichtig merke ich mehr und mehr. Und Kreise dehnen sich aus… von ganzem Herzen Danke

    • Larissa says:

      Hallo Juliane,
      deine Antwort ist klasse, darin sehe ich mich selber wieder wie ich vor ein paar Jahren war. Seit 5 Jahren bin ich in einer Transition Town Initiative aktiv und bin sehr froh diesen Schritt gemacht zu haben. Zu Anfang war ich eher skeptisch, weil ich nicht wusste wie es sein wird so eng mit fremden Leuten zusammenzuarbeiten.
      Wenn ich zurückschaue muss ich sagen, durch die Zeit habe ich so viel gelernt, so viele tolle Menschen kennengelernt und so viel Spaß gehabt. Ich bin mutiger geworden, auch privat, meine Erfahrungen aus der Zeit machen sich auch beruflich bemerkbar und ich bin Teil von etwas Wunderbarem, das viel größer ist als ich.
      In diesem Sinne: informier dich, was es alles gibt, auch in deiner Stadt und lern andere Menschen kennen, die das machen, was dich interessiert. Das Schönste ist eine Gruppe zu finden und gemeinsam etwas zu schaffen. Das kann Transition Town sein, Gemeinwohl-Ökonomie, solidarische Landwirtschaften, Umsonstläden, Workshops zu Zero Waste oder was auch immer, Bund Naturschutz, Kampagnen, Gemeinschaftsgärten, etc.
      Ganz viel Spaß dabei!

  • Ein sehr informatives, berührendes Interview, was Mut macht.

    Vielen herzlichen Dank

    Marita Schattauer

  • Ilonka Männel says:

    Mich hat der Satz jeder Deutsche hat 60 Sklaven sehr getroffen. Ich lebe schon immer sehr nachhaltig und doch wird man oft zum Kauf – Konsum gezwungen. Wenn Dinge, welche gekauft wurden, weil sie zum normalen Alltag dazu gehören z. B. Waschmaschine nur kurzfristig halten und ich nach kurzer Zeit wieder nacherwerben muss, dann bereitet mir das innerlich Schmerz. Und dieses ist nur ein Beispiel. Die Kleidung, welche hergestellt wird, ist mittlerweile von so geringer Qualität, dass die Baumwolle sich beim Waschen löst. Ich würde gern Kleidung kaufen, wo ich über viele Jahre Freude habe. Doch dieses ist nicht erwünscht, da der Kapitalismus auf den Konsum ausgerichtet ist.

  • Liebe Friederike!
    Vielen Dank, dass du dir diesem Thema angenommen hast und es mit Menschlichkeit füllst!

    Voll cool, dass du den Blick auf die Engagierten und Innovativen Changemaker aus Südamerika lenkst!

  • Anna Huemer says:

    Dankbar für eine solche klare Wissensvermittlung. Nie käme ich selbst auf den Gedanken, dass die vertraute Tauschwirtschaft ein Steuermittel zu Ungunsten der meisten Menschen angewandt ist und erst ca. 1200 n. Ch. in Europa eingeführt wurde. Eigentlich auf Unrecht, nämlich der Wegnahme von Kommunalen – common – Rechten passiert ist. Dass mit dem Aufkommen des römischischen durchgesetzten Rechtes sehr viel Gewalt einherging. Zweitens tatsächlich die ganze Schulbildung „herrschenden“ Klasse, den „Regierenden“ nach ihren Bedürfnissen aufgesetzt ist. Im Grunde die ganze heutige Medienlandschaft, Regierung etc. mein Vertrauen nicht verdienen.
    Tische voller Lügen werden präsentiert und es ist erstaunlich, mit wievielem anscheinend so la la gelebt werden kann. Nur Revolutionäre erkennen das früher und kommen damit zu Schwierigkeiten eher. Es scheint daher so zu sein, dass für alles immer Menschen die Verantwortung tragen, allso Ursache sind, und dafür Karma abzuarbeiten ist.
    Damit sage ich: das Wohlergehen und Missergehen der Menscheit ist selbstverursacht. Kein Gott hat sich da eingemischt! Martin-SacharbeiterInnen macht mit diesem Kommentar was ihr wollt, lasst ihn verschwinden oder öffentlich ohne Namensnennung werden, er ist etwas das, was dem Zuhören von Friederike Habermann gefolgt ist.
    Danke nochmals für eure unglaubliche PionierInnenarbeit.
    Davon ausgehend und übernehmende formuliere ich: GLAUBE VORHERSAGEN/VERHEISSUNGEN, DIE DICH STÄRKEN MEHR, ALS JENEN DIE DICH SCHWÄCHEN ! Das kann ich nun doch nicht stehen lassen, denn hätte ich bei meiner Kapitalanlage geglaubt, dass es zu einem Totalverlust kommen kann, hätte ich mein Kapital nicht eingesetzt, und würde nicht schon seit Jahren auf eine Rückzahlung warten und bangen, ob sie noch je erfolgen wird.

    • Versprechungen, bei denen es um Kapitalinvestitionen geht, sind Marketingstrategien, die nicht darauf aus sind allgemeinhin zu stärken, sondern insgesamt schwächen und das vorherrschende wirtschaftsSystem bedienen.
      Wie Martin sinngemäß im nachfolgenden Interview erwähnte, stärkt uns das zu tun was Sinn macht : egal wie das Ergebnis aussieht.
      Was ich dem Interview hier von f. Habermann entnehme, geht es genau darum, sich dem unrechtmäßigem Tauschhandel zu entziehen, der uns von Transaktionen abhängig macht und bedürftig zurück lässt.
      Die Kritik daran ist, dass man nur gibt, um etwas zurück zu bekommen.
      Wovon ich also wirklich selbst viel zu geben habe, kann ich mit der Bewusstheit von Freude für umsonst mit anderen teilen

  • Näf Pia Margareta says:

    Sehr interessant, danke für dieses Gespräch. Ich empfinde es gerade als sehr bereichernd, Inputs zum sozialen Miteinander und den Möglichkeiten, die sich bereits gebildet haben, zu hören. Die grösste Herausforderung, die ich im Blick auf Gemeinschaften sehe, ist das zwischenmenschliche Miteinander, da uns wie Vorbilder fehlen. Für mich wäre dieser Punkt in der Bildung einer der wichtigsten Unterrichtsstoffe überhaupt. Natürlich haben wir schon lange die Möglichkeit, uns durch unsere Schulungen in der Persönlichkeitsentwicklung in diese Thematik hineinzufühlen und vielleicht sogar etwas sicheren Boden unter den Füssen zu erahnen, aber wir sind da noch nicht wirklich angekommen. Das Gespräch hinterlässt bei mir ein Gefühl von „wir sind ja doch auf dem Weg hin zu einer guten Welt für alle“.

  • gilbert says:

    deine botschaft habe ich gelebt, sie wurde etwas verschüttet, und ich bin dankbar, dass ich durch deinen beitrag wieder daran mein leben ausrichten werde.

  • Sehr ermutigend. Insbesondere ihr Tipp, klein anzufangen mit dem, was sich ins jetzige Leben gut integrieren lässt, um zu üben, passt sehr gut zu meiner aktuellen Erfahrung. Und das Leitzitat „Glaube nie einer Vorhersage, die dich nicht stärkt!“ kann ich glaube ich gar nicht oft genug hören und lesen. Vielen Dank!
    Vielleicht gibt’s noch einen Link zu dem besagten YouTube-Video?

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